(Eisenbahn-) Abenteuer im Olttal

 im August 2013

Text und Bilder  Frank Drechsel (Bild 24 Felix Birkmann)

 

     

 

 

Nach einem spektakulären Wochenende bei der ehemaligen Waldeisenbahn von Comandau (nordöstlich von Brasov) fuhren wir, mein Sohn Felix und ich, weiter in Richtung Sibiu. Nach der Ankunft am Nachmittag fand sich auch noch Zeit für einen Besuch im Eisenbahnmuseum in Sibiu. Der eigentliche Grund meines Besuches war allerdings das ca. 80 Kilometer lange Olttal zwischen Potu Olt und Ramnicu Valcea, welches das Fagarasgebirge von Nord nach Süd durchschneidet.

 

Anhand von Informationen aus der Fachliteratur wussten wir, dass hier noch die alten Triebwagen der Lokfabrik "Malaxa" fuhren. Laut Fahrplan sollte in Potu Olt ein Zug aus  dem Olttal ankommen.  Die Abendsonne stand noch knapp über den Bergen und ein gutes Fotomotiv war schnell gefunden. Da kam der Triebwagen auch schon. Der freundliche Triebwagenführer winkte und gab Lichthupe.

 

 

 

 

 

Ein strategisch gutes Quartier haben wir direkt neben dem Bahnhof gefunden. Der nächste Tag sah einen Besuch der Industriebahn in Govora vor. Auf der Fahrt dorthin konnten wir mehrfach einen Personenzug in Richtung Ramnicu Valcea ablichten.

 

 

 

 Valea Fratelui

 

 

 

 

 Câineni

 

 

 

 

 Cornet

 

 

 

 

Mânâstirea Turnu

 

 

 

Am Nachmittag ging es wieder zurück in Richtung Sibiu. Dabei entstanden folgende Triebwagenbilder. 

 

 

 

 Mânâstirea Turnu

 

 

Um zum Bahnhof Lotru zu gelangen, muss die Sperrmauer passiert werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Betel

 

 

 

 

 Cornet

 

 

 

 

Balota

 

 

 

 

Balota

 

 

 

 

Turnu Rosu

 

   

 

Da die bisherige Eisenbahnplanung mehr als perfekt geklappt hatte, reifte in mir am Abend  der Plan, für unser nächstes Ziel in Petrosani einen Umweg über die Transfagaras zu nehmen. In der Literatur wird oftmals davon gesprochen, dass der ehemalige Diktatur Ceausescu diese Straße als Prestigeobjekt hat bauen lassen, dies ist aber nur die halbe Wahrheit. Es ist vielmehr so, wenn im benachbarten Olttal die vielen Staudämme z. B. im Kriegsfall gesprengt worden wären, hätte es keine Nord-Süd Verbindung mehr durch das Fagarasgebirge gegeben. Wie auch immer, die Fahrt über die Tranfagaras war für mich ein fahrtechnischer und optischer Hochgenuss - auch wenn mein Beifahrer sich teilweise am Haltegriff festkrallte und recht blass um die Nase aussah. :-)

 

 

             

 

 

 

 

 

 

              

 

 

 

 

 

In Curtea de Arges angekommen, ging es wieder in Richtung Olttal.

 

 

 

 

 

 

 

 

Beim Blick auf den Fahrplan stellte ich fest, dass noch ein Personenzug in Richtung Sibiu unterwegs war. Diesen begleiteten wir anschließend noch durch das halbe Olttal.

 

 

 

Câlimânesti

 

 

Das letzte Fotomotiv sollte wieder der Bahnhof Lotru sein. Genug Vorsprung zum Zug war herausgefahren - also ab über die Sperrmauer. Plötzlich stand aber genau auf der Sperrmauer ein Schwerlastkran mit einer Turbine am Haken. Theoretisch war kein durchkommen, aber nur Versuch macht klug ...also ab und testen ob der Opel unter dem Kran durchpasst. Felix und der Kranführer bestätigten mir, dass noch genügend Platz (ca. 10 cm) wäre und lotsten mich durch.

 

 

 

Lotru

 

 

Am Bahnhof angekommen, kam Sekunden später auch schon der Zug.

 

 

 

 

Lotru

 

 

Nach den letzten Motiven in Olttal ging es zurück nach Brezoi, um von da aus weiter in Richtung Petrosani zu fahren. Auch durch dieses Tal führte früher eine Waldeisenbahn. Als wir auf Hochplateau ankamen, war es mittlerweile auch schon spät am Nachmittag geworden und wir hielten Ausschau nach einer geeigneten Stelle zum zelten. Fast alles passte - Fluss, Wald, Berge... aber leider auch Massen an Menschen. Da gab es nur eins, weiterfahren und nach einer neuen, ruhigeren Stelle für das Zelt suchen. Mitten in den Bergen kreuzte plötzlich eine neu gebaute Straße und wir folgten ihr in Richtung Süden. Nach wenigen Kilometern führte diese schmale Straße in Serpentinen steil bergan. Nachdem wir die Baumgrenze schon lange hinter uns gelassen hatten, erreichten wir endlich den Pass und wir glaubten unseren Augen kaum. Ein gutes Dutzend Händler boten in ihren Buden die verschiedensten Souvenirs an. Es war zwar immer noch kein geeigneter Platz zum zelten gefunden, da überall Verbotsschilder uns abschreckten. Dafür sahen wir aber einen bilderbuchreifen Sonnenuntergang. 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weiterfahren brachte nichts mehr, also ein Stück zurück bis zu einer Überfahrt auf ein Hochplateau.  Langsam war es schon duster geworden, aber wir hatten ja unser Nachtquartier endlich gefunden. Abendessen, das Zelt aufbauen und die Aussicht genießen liefen parallel ab.

 

 

 

 

 

 

     

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Während des Kartenstudiums erkannte ich, dass wir uns auf Transalpina befanden und das Zelt auf dem 2240 Meter hohen Urdele-Pass aufgeschlagen hatten. Die Nacht war ein bisschen unruhig. Erst war Sturm, bei dem ich dachte er bläst uns das Zelt weg, als dieser sich gelegt hatte, weideten plötzlich Schafe neben dem Zelt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dafür war der nächste Morgen umso schöner und wir konnten unser nächstes Abenteuer, die Kohlegruben Lonea mit ihrer Werkbahn in Petrila, in Angriff nehmen.