Sommerurlaub 2009 mit der Familie 

 

 

   

 

von Rene Taubert aus Chemnitz

 

..... das hieß zu dritt mit dem Zug nach Siebenbürgen zu fahren,

um eine Mischung aus Städtereisen und Kultur zu erleben.

 

 

 

 

Wir wollten den Einheimischen nahe sein und außerdem wollten

wir uns auf historische  Spurensuche begeben.

So hatten wir uns bereits vor der Fahrt einige Zielorte ausgesucht :

Hermannstadt/ Sibiu;

Kronstadt/ Brasov;

Schäßburg/ Sighisoara.

 

Ich war bereits  im Frühjahr 2001 mit der Chemnitzer Rumänienhilfe in Siebenbürgen

und hatte schon seit langem einen weiteren Besuch auf dem Urlaubswunschzettel stehen.

Meiner Frau Doreen  berichtete ich damals  von den wunderbaren  mittelalterlichen Städten, den lieben Menschen und der traumhaften Landschaft,

so dass es nun endlich an der Zeit war, die Familie dahin zu entführen.

 

 

                          

 

 

 

 

 

 

Mich reizt der alte Flair, welchen man in den Städten erlebt.

Es wirft die verschiedensten Fragen auf. Was wird auf den Straßen

und vor den Fassaden alles schon geschehen sein? 

 Welche enorme Anstrengungen  stecken im Aufbau dieser Bauten?

Und wie gut müssen vor vielen Generationen die Zünfte funktioniert haben?

Wie verkümmert jetzt unser Handwerk erscheint!

Warum war es für vergangene Generationen scheinbar bezahlbar,

solche Stadtkerne zu erbauen? Es muss ein schönes Bild gewesen sein,

wenn die verschiedensten Volksgruppen vom Land

in die Städte strömten und die Marktkultur betrieben wurde.

Aus meiner westeuropäischen Sicht  habe ich das Gefühl,

als ginge es rückwärts, obwohl doch alles immer globaler wird.

Oder ist dies das eigentliche Übel?

 

 

 

 

 

 

Auf dem Agro-Markt in Hermannstadt.

 Ein Erlebnis, was ich mir wieder wünsche.

Wir gingen in die Molkereihalle und die unterschiedlichsten 

Frauen boten ihre vielfältigen Käsesorten an (hier zwar ein Mann,

jedoch waren fast nur Frauen an den Ständen ).

 Ich konnte mich nicht erwehren bzw. es machte

mir Spaß  mit den Frauen zu fachsimpeln.

 

 

 

 

 

Auf dem Weg zur orthodoxen Kirche in in Hermannstadt.

 

 

 

 

 

Wir haben sie gesucht und hoffentlich gefunden- die Königsteinnelke.

 

 

 

 

 

Nach einigen "kurzen" Wanderungen (so 7- 8 Stunden) hatten wir uns vorgenommen,

von Zarnesti durch das Dorf zu laufen und am Fuß des Königstein- Gebirges entlang zu laufen, dieses zu überqueren und auf der anderen Seite in einer Hütte Rast zu machen

und wieder zurück zu laufen. Leider spielte das Wetter nicht so mit ,

außerdem hatte ich die Situation falsch eingeschätzt. Es war vielleicht

eine gute 3/4 Stunde vor dem Kamm ein Donnern zu hören,

ich stutzte und hoffte, es sei nur ein Flugzeug.

 Leider kam dann Regen- und Nebelschwaden.

Die Stimmung vermischte sich mit Angst und Verunsicherung.

Da Mann und Frau unterschiedlich ticken, kehrten wir wieder um

und gingen auf direkten Weg in die Schutzhütte.

Dort waren wir doch recht froh, gesund wieder unten zu sein

 (Ich wollte es mir zuerst nicht eingestehen, denn nur auf 

Drängen meiner Frau war ich zur Rückkehr bereit ).

Nun ist der Königstein in meinem Kopf gespeichert und ich werde

hoffentlich wieder eines Tages zurückkehren und vernünftig wandern ;-)

 

 

 

           

 

 

Kronstadt bei Sonnenschein. Hier hatten wir viele schöne Stunden erlebt.

Bei einer lieben ungarischen Frau, welche eine kleine Pension unterhalb des

Hausberges betreibt, fanden wir ein gemütliches Quartier. 

Der Besuch in der Schwarzen Kirche - ein ganz besonderes Erlebnis.

Ebenso fasziniert waren wir von den schönen Gassen,

 egal ob wir sie bei Tag oder Nacht durchquerten.

Die Wanderung auf den Hausberg bei Nieselregen bleibt bei allen

Familienmitgliedern ein unvergessliches Erlebnis, vor allem das mulmige Gefühl,

dass hinter der nächsten Wegbiegung ein Bär sein könnte.

 

 

 

              

 

In und um der Kirche von Birthälm.

 

Bei der Besichtigung der Kirche hatte uns die Kirchenführerin

unter anderem  stolz auf die alte Türe hingewiesen, welche bereits zur

Jahrhundertausstellung um 1900 in Paris gewesen sein soll.

Beim Kauf der Eintrittskarten zur Kirche besuchten wir den kleinen Shop

im Treppenaufgang der Kirche.  Dort sahen wir einige interessante Bücher

über die Geschichte Siebenbürgens. Eines hatte ich gleich nach meiner Rückkehr in unserer Stadtbibliothek bestellt und als ich es las, hatte ich oft die Bilder von Kronstadt vor Augen.

 

Das Buch von Hans Bergel: "Die Wiederkehr der Wölfe" möchte ich an dieser Stelle  als 

Buchempfehlung anbringen.

 

 

 

 

Es  erfüllte sich,  was ich Doreen über das schöne Schäßburg berichtete.

Die Stadt zeigte sich von ihrer schönsten Seite. Da ich aus Chemnitz

komme und in unserer Stadt nur noch wenige alte Bauwerke stehen,

war es umso reizvoller, so viele mittelalterliche Bauwerke zu betrachten.

 

Sicherlich bleibt es nur ein Ausschnitt oder ein Mosaikstein,

was man als Urlauber und Fremder so wahrnimmt. Die Bemühungen

und Anstrengungen der meisten Menschen für die Bewahrung der kulturhistorischen

Traditionen waren zu spüren,  ebenso auch die enormen Einkommensunterschiede.

Auf die nächste Reise nach Rumänien freuen sich wieder Doreen und René Taubert,

sowie Sohn Felix, der sich gern auf die Spuren der Wölfe und Bären Rumäniens begibt.

 

 

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